Wenn man in Köln angekommen ist

Morgens, 8 Uhr in Köln: Es ist laut, stickig, wuselig. Durch das gekippte Fenster hört man so viel Lärm, wie bei uns zu Hause in der Straße selbst an Silvester nicht. Normalerweise mag ich Seeed- nur jetzt gerade nervt mich dieser Honk mit seiner Autobeschallung. Hinzu kommen verschiedene Handyklingeltöne, rufen, schreien, lachen, Kindergeräusche, knallende Autotüren, Hybridautogesumme, Hundebellen, Mülltonnendeckelklappern, Türklingeln, TV-Gedudel, blablabla- nur kein Möwengeschrei.

Ich brauche kühle Luft und öffne das Fenster komplett. Es hat kein Fliegengitter, weil’s hier in der Großstadt keine oder kaum noch Insekten gibt – anders als bei uns zu Hause. Keine Mückenstiche, kein typischer Meereswind, keine Ruhe, keine Katzen- hier fehlt Vieles. Alles anders.

Naja. Dafür gibt’s hier eine Kita-Schnitzeljagd an einer Hauptverkehrsstraße, während bei uns die “Lütten“ auch in einer verkehrsberuhigten Zone an die Hand genommen werden; Hipster-Läden in verschiedenen Versionen (nicht alle davon haben meiner Meinung nach Sinn); im Umfeld von “ich geh mal kurz um den Block“ siebenunddreißig unterschiedliche Möglichkeiten, irgendwas zu essen oder zu trinken; abgefahrene Postkarten und eine Kneipe namens “Tante Kurt“. Kann man sich schon mal angucken das Ganze, so isses ja nu nich…

Außerdem haben wir schon das beste Tiramisu der Welt bekommen; dazu noch Hilfsangebote in der Nacht und liebe Nachrichten. Es konnten Tränen laufen, die geholfen haben. Es durfte die Erkenntnis entstehen: “Wir müssen nicht alles (alleine) schaffen“. Und ein erdendes, haltgebendes Telefonat mit Ehefrau und Katzen fand auch statt.

Ich schaue mich um und weiß, dass es wichtig und richtig ist, dass wir hier sind. Und ich weiß, dass es noch viel wichtiger ist, dass wir von hier bald wieder wegfahren können.

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19 Kommentare zu „Wenn man in Köln angekommen ist

  1. wir moechten ebenso soooo gern dabei sein – jedoch – 6 Std Entfernung sind doch sehr weit. ALLES ERDENKLICH GUTE! fuer heute♡ in Gedanken bei Euch und kraftschenkend sind viele und auch ich, Katja

  2. „Ich schaue mich um und weiß, dass es wichtig und richtig ist, dass wir hier sind. Und ich weiß, dass es noch viel wichtiger ist, dass wir von hier bald wieder wegfahren können.“
    Das da. 🖤

  3. Wir sind ja nicht dabei, wünschen Dir aber alles Gute, in der großen ungewohnten lauten und doch auch so lebendigen lebensfrohen Stadt !! Wir denken an Euch !

  4. Wir denken auch an euch und schicken blumige 🌻Grüße von Madeira/ Funchal. Es wird bestimmt richtig gut. Alles Liebe.🌸👋

  5. Liebe Paula,
    nun haben ichwir endlich wieder einen funktionstüchtigen Laptop und können zumindest nachträglich mitteilen, dass wir am 09.09. so sehr an euch gedacht haben und alle unsere vielen Daumen, Däumchen gedrückt haben. Hoffentlich war die Vorlesung genauso erfolgreich wie die in SH, bei denen wir ja öfter dabei waren
    Alles erdenklich GUTE weiterhin und übrigens müsst ihr euch nun auf beide Schultern klopfen für euren Mut.
    Auf beide Schultern deshalb klopfen, damit ihr nicht einseitig oder schief laufen müsst 😉 Lieben Gruß von den SAMs

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