fähig sein

„Wenn mir eine Patientin erzählt, sie sei zu dumm oder zu hilflos, sich selbst zu deprogrammieren, analysiere ich den entscheidenden gedanklichen Irrtum hinter dieser Überzeugung.

Ich hebe hervor, dass niemals irgendetwas durch den Schädel des Opfers eingeführt wurde. Die ‚Programme’ wurden innerhalb des Schädels durch das eigene Gehirn geschaffen, als Antwort auf die Worte und Taten des Programmierers.

Die Programmierung kann nicht klüger sein als die Patientin, denn sie ist die Programmierung, und das Bewusstsein kann nichts schaffen, was intelligenter ist als es selbst.

Ich argumentiere darüber hinaus, dass die Patientin nicht programmierbar gewesen wäre bei einem IQ von dreißig.“

(Dr. Colin Ross, Psychiater)

14 Kommentare zu „fähig sein

  1. Aha, und was ist daraus zu schließen?
    In mir regt sich Widerstand dahingehend dass dann ja die ganzen „Happy-Coaches“ Recht haben, wenn man sich die Welt schön redet ist sie auch schön. Wenn man sich das Programm quasi wegredet ist es dann weg? Einfach so? Hmmmmm, also sollte das irgendwie anders gemeint sein dann bitte ich um Aufklärung.
    Danke.

  2. Mir gefällt das Zitat und ich finde es eher ermutigend und habe mir selber sowas ähnliches auch schon als Ermutigung für schwierige Zeiten aufgeschrieben.
    Für mich sagt es eher aus „Du kannst es schaffen, die Täter sind nicht so mächtig wie sie gerne wären. Du kannst die Kontrolle über dich und dein Leben zurückgewinnen.“
    Einfach ist es sicherlich nicht, aber eben auch nicht so unmöglich wie es sich anfangs und immer mal wieder zwischendurch anfühlt.

  3. Ich verstehe die Relevanz dieser Psychiater-Haltung nicht wirklich. Was nutzt mir diese Aussage, wenn mittels meines Hirnes dafür gesorgt wurde, dass ich mich nicht deprogrammieren kann? Woher nimmt er sein angenommenes Wissen über Gehirne? Woher nimmt er seine Haltung gegenüber Programmierung? Ist er sich auch nur ansatzweise darüber im Klaren, dass es Systeme, Organisationen, Zirkel, Verbände wie auch immer gibt, die Programmierung nicht als Spielerei betreiben, die von Psychiatern zu durchschauen sind, sondern sehr lange sehr effizient und sehr klug entwickelt und praktiziert wurden/werden? Was soll also seine Aussage bewirken?

    1. Ich habe nicht den Eindruck, dass er das Ganze als „Spielerei“ ansieht. Bei mir bewirkt seine Aussage eine Bestärkung. Ich erlebe es nämlich so, dass die Fähigkeit zur Auf- oder Ablösung von mind control-Zusammenhängen tatsächlich in uns selbst liegt. Auch wenn es sich so anfühlt als würde es nie gelingen, das Gehirn „zurückzuerobern“. Wir erleben es so, dass es geht und dass Antwortungen und Lösungen zu finden sind.

  4. So wie bunte Sterne die Aussage verstehen, habe auch ich sie verstanden, es gelang mir nur nicht, es so klar zu formulieren, deshalb Danke an euch ihr bunten Sterne.
    Was ich schwierig finde ist mir vorzustellen, wie ich mich selber deprogrammieren könnte. Ich bin überzeugt Mr. Ross unterstützt seine Patienten gut in diesem Punkt.

    1. Ich finde es wichtig, für sich selbst zu klären, was man persönlich unter einer „Deprogrammierung“ versteht und woran man bei sich selbst erkennen könnte, dass mind control-Zusammenhänge nicht mehr greifen und nicht mehr die Lebensqualität beeinträchtigen.

  5. Ich verstehe die Kernaussage des Zitates als Hilfestellung, zu einem “ miteinander an einem Strang ziehen“ im Inneren zu finden und sich nicht von vermeintlich stärkeren und von außen kommenden Konditionierungen einschüchtern zu lassen. Die Seiten zu wechseln von “ ja, irgendwie bin ich dem ganzen Strudel ausgeliefert“ hin zu „ICH/wir sind diejenige, die hier Ordnung reinbringen kann, die wieder handeln kann“

    Ich nehme es nicht so wahr, daß das Zitat zum Ausdruck bringen soll: Man muss ja nur wollen, dann wird es schon. Eher eine Ermutigung: Egal, wie (erlebbar) intelligent die Widersacher waren- sie können nur Deine eigene Intelligenz gegen Dich selbst richten (lassen)- also kann Dich das Konstrukt im Inneren nur bedingt „austricksen“(oder vermeintlich logisch die stärkeren Argumente anführen, die zu Verhalten xy führen) und schon gar nicht dank einer größeren Intelligenz.

    Den letzten Absatz des Zitates finde ich allerdings auch eher…bescheuert und ehrlichgesagt überflüssig. Es wirkt, als würde er abfällig über Menschen sprechen, die über nicht genügend Intelligenz verfügen… und ein IQ unter 30 ist noch weit unterhalb geistiger Behinderung. Bewirken soll der Hinweis meines Verständnisses nach aber, daß sich der Mensch gegenüber sicher sein kann, daß er -laut logischer Schlussfolgerung- sich offensichtlich intelligenzmässig selbst gewachsen sein kann.

    Daß auch Leute am untersten IQ-Level traumatisierenden Erfahrungen ausgesetzt sein können stellt er damit nicht in Abrede und wertet es auch an keiner Stelle.

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