Die Guten, die Bösen und Politisches

Ich habe gestern am 10. Treffen des Arbeitskreises gegen rituelle Gewalt Schleswig-Holstein teilgenommen. Diesmal ging es um das Thema „False Memory“(-Bewegung) und Frau Ulla Fröhling hielt dazu einen interessanten Vortrag (Entstehungsgeschichte, Protagonisten, USA- und BRD-Verbindungen). Anschließend war Raum und Zeit für Fragen, Diskussion, Statements.

Ich hatte mich im Vorfeld schon mit der „False Memory“-Thematik beschäftigt. Zwangsläufig, auch. Während der langen Zeit des Strafverfahrens (gegen Leute aus dem Täterkreis) und im Rahmen des Opferentschädigungsverfahrens begegneten mir immer wieder Thesen dieser Bewegung. Nein, da tauchten nicht einfach nur irgendwelche dummen Randfiguren auf, die mir Hysterie oder Aufmerksamkeitsgeilheit unterstellten oder naiv und ignorant behaupteten, so etwas wie rituelle/ritualisierte Gewalt gebe es nicht. Derjenige, der mir während beider Verfahren die größten Brocken in den Weg warf und mich, bzw. die beiden Prozesse, schließlich zu Fall brachte, gehörte zur „Rechtspsychologie-Elite“ (Professor für Forenische Psychologie, Berlin).

In einem „Gutachten nach Aktenlage“ (also ohne persönliche Untersuchung), in dem die „Grundlagen der Glaubhaftigkeitsbegutachtung“ abgearbeitet wurden, tauchte beispielsweise die Behauptung über die „Disposition zur Realitätsverkennung bei Menschen mit Dissoziativer Identitätsstörung“ auf, ebenfalls wurde kritisiert, wie viel Psychotherapie ich bereits in Anspruch genommen hatte und wie hoch die Wahrscheinlichkeit der Suggestion deshalb sei. Zudem wurde aus einem Buch von Elizabeth Loftus (Die therapierte Erinnerung: vom Mythos der Verdrängung bei Anklagen wegen sexuellen Missbrauchs) zitiert.

Derzeit entdecke ich in verschiedenen Medien häufiger Berichte zum Thema „Fehlerinnerungen“. Die Rechtspsychologin Julia Shaw (by the way nahezu perfekt in ihrer „Bildschirmtauglichkeit“) erzählt auf unterschiedlichen Kanälen über Gedächtnisfehlleistungen und die Möglichkeiten der Suggestion. Im Grunde ist das alles spannend und berichtenswert.

Alles prima- wenn aus den „false memories“ des menschlichen Gehirns nicht etwas sehr Politisches gemacht werden würde. Wenn man von Experimenten, in denen Probanden falsche Kindheitserinnerungen erfolgreich suggeriert wurden (siehe E.Loftus „Lost in the mall“-Experiment, oder J. Shaws „Verbrechenssuggestion“), auf die angeblich gleichermaßen funktionierende Induzierung von Missbrauchserinnerungen schließt, wird es erschreckend politisch.

Die Teilnehmer_innen des Arbeitskreises gegen rituelle Gewalt sind entweder Helfer_innen / Unterstützer_innen / Angehörige von Menschen mit Dissoziativer Identitätsstruktur (und ritueller Gewalterfahrung) oder selbst Betroffene. Alle zeigen sich solidarisch mit den Überlebenden- natürlich, welch ein Glück. Und alle werden mehr oder weniger wütend, wenn Lebensrealität angezweifelt wird. Die Theorie der induzierten (suggerierten und falschen) Erinnerungen, die Negierung der Wahrheit von wiedererlangten Erinnerungen an sexualisierte Gewalt, die Negierung der Professionalität von Traumatherapeuten_innen, etc.- all das lässt im Arbeitskreis niemanden kalt. Und alle sind sich einig: Es ist keine „Privatsache“.

Anhänger_innen der Theorie der „induzierten Missbrauchserinnerungen“ waren beim Arbeitskreistreffen nicht zugegen (jedenfalls nicht offen). Schade eigentlich, oder? Irgendwie müsste man doch mal konstruktiv miteinander ins Gespräch kommen, miteinander in Kontakt sein- selbst wenn die Überzeugungen und Haltungen derart weit auseinandergehen. Diejenigen, die zum Beispiel bei False Memory Deutschland aktiv sind, diejenigen, die diesen „eingetragenen Verein“ moralisch, finanziell oder durch „fachliche Vorträge“ auf Tagungen unterstützen- sie alle weisen ja ausdrücklich darauf hin, dass durch unprofessionelles therapeutisches Vorgehen viel Leid erzeugt werden kann. Nämlich bei jenen, die „nicht biographisch wahre“ Erinnerungen an sexualisierte Gewalt entwickeln und bei jenen, die diesbezüglich fehlbeschuldigt werden. Falls es den „False Memory“-Anhängern_innen wirklich um die Vermeidung dieses Leides gehen sollte (und nicht vielmehr um Täterlobby, Victim Blaming, etc.)- dann wäre doch eine offene, sachliche Kommunikation an vielfältigen runden Tischen absolut nötig und hilfreich. In den eigenen Reihen zu bleiben scheint aber weitaus bequemer und sicherer zu sein.

„Unter sich“ bleiben aber irgendwie auch die Helfer_innen, Therapeuten_innen, Traumaprofis. Ich verstehe das. Wer will schon in seiner Arbeit, in seinem Engagement derart abgewertet und ausgebremst werden. Denn das geschieht ja: Nicht nur diejenigen, die sich im psychotherapeutischen Kontext an verdrängte, dissoziierte Gewalttraumata wiedererinnern, werden „beschossen“; auch die Behandler_innen stehen im Fokus, denn ihnen werden ja per se grobe und bewusste Behandlungsfehler unterstellt.

Abwendung oder Ignoranz stärken in diesem Fall jedoch die feindliche Haltung des Gegenübers. Sich einzukapseln und den persönlichen Raum eher nach Innen (ins eigene „Lager“) zu weiten, als sich äußerlich breit zu machen- das lässt allem, was zum Backlash gehört, sehr viel Platz.

„Da sind die Bösen- und wir sind die Guten“- ich finde diese Positionierung einengend und ja, spaltend. Sinnvoll wäre meiner Meinung nach die nach allen Seiten offene Beschäftigung mit den (letztlich doch recht spärlichen) Inhalten der „False Memory“-Vereinigung. Und zu so einer Auseinandersetzung gehören meiner Ansicht nach auch folgende Aspekte:

– Eine dissoziative Identitätsstörung kann- wie jede andere „Krankheit“ auch- fehldiagnostiziert sein. Wo können Fallstricke im Diagnostikverfahren auftauchen? An welchen Vorgaben orientieren sich Ärzte_innen, Therapeuten_innen? Welche diagnostischen Mittel wurden wann und durch wen angewandt und wann und wie ggf. überprüft? Wie erklären sich ggf. deutlich gehäufte DIS-Diagnosen in einzelnen Institutionen? Es hilft niemandem, eine Fehldiagnose auszublenden oder jahrelang mit sich herumzuschleppen. Es hilft vielmehr den DIS-Zweiflern_innen und Kritikern_innen.

– Eine Dissoziative Identitätsstörung und andere Traumafolgen können- wie jedes andere menschliche „Verhalten“ auch- mehr oder weniger überzeugend simuliert werden. Parteilichkeit mit Gewalt-Überlebenden sollte für mich da eine Grenze haben, wo bewusste oder unbewusste Lüge unaufgedeckt bleibt. Menschen, die einen Nutzen daraus ziehen, sich als „Traumaopfer“ oder „DIS-Betroffene“ zu präsentieren (=Schonung, Aufmerksamkeit, evtl. finanzielle Hilfe, Identitätsgefühl, Ablenkung von dem, was sie wirklich quält, Vermeidung, o.a.), brauchen wohl irgendwann ein deutliches „Stop“ von außen. Simulierte DIS ist Futter für diejenigen, die behaupten, DIS existiere gar nicht. Und Unauthentizität macht wirklich krank- den Einzelnen, das Gegenüber und das große Ganze.

– Rituelle/ritualisierte Gewalt geschieht häufiger, als man es glauben will. Es ist eine Form der organisierten Kriminalität und aus dem Bereich ist ja bekannt, dass Täter_innen jeden sozialen Status haben können. Täterlobby funktioniert hier genauso gut, wie man es aus mafiösen Strukturen kennt- und von überall dort, wo Geld und Macht die wichtigste Rolle spielen. „Eine Hand wäscht die andere“. Und: „Die eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass es angeblich keine gerichtsverwertbaren Beweise für die Existenz solcher Gewaltstrukturen geben soll (es gibt sie!).

Gleichzeitig: Nicht jede Dissoziative Identitätsstruktur ensteht durch rituelle Gewalt. Nicht jedes „automatisierte Verhalten“ einer Betroffenen/eines Betroffenen lässt auf Bewusstseinskontrolle (mind control) schließen. Nicht jeder sogenannte „Ausstieg“ erfolgt aus einer Gruppe der organisierten Gewalt. Nicht jedes bildhafte „Flashback“ zu Masken, Kerzen oder Kellern zeigt zwangsläufig „Realkennzeichen“ einer rituellen Gewalterfahrung. Nicht jede_r Richter_in, die/der einen Strafprozess zugunsten der Täter_innen enden lässt, gehört automatisch zum inneren Kreis der Gruppierung.

Genaues Hinschauen und Hinhören, fachlich qualifizierte Untersuchungen, begriffliche Differenzierungen und emotionale Bodenhaftung stärken Betroffene und Helfer_innen- und zerlegen die ohnehin brüchige Basis der „Backlasher“.

Tja.

Ob wir mal alle irgendwie an einen runden Tisch bekommen würden?

Manchmal muss es ja sein, ob man will oder nicht.

So ist das in der Politik.

 

 

 

 

 

 

Advertisements

Familiäre Überlegungen

„Die lateinischen Begriffe famulus und famula heißen „Diener“ bzw. „Sklave“ und „Dienerin“ bzw. „Sklavin“. Der davon abgeleitete lateinische Begriff familia ist in der lateinischen Sprache „vielschichtig“. Für den heutigen Familienbegriff gab es im Lateinischen – genau wie im Griechischen – kein Wort: „In keiner ihrer Bedeutungen war familia also die Kernfamilie, bestehend aus Vater, Mutter, Kindern.“

„Die Begriffe familia und die zugehörige soziale Zentralposition des pater familias waren Herrschaftsbezeichnungen, die Machtverhältnisse bzw. unterschiedliche Aspekte von Machtverhältnissen anzeigten.“

„Erst ab Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Begriff Familie aus dem Französischen kommend allmählich in die deutsche Alltagssprache übernommen. Anfangs war er noch gleichbedeutend mit dem älteren Begriff Haus. Erst später bezeichnete er die engere Einheit der sogenannten Kernfamilie oder die weitere soziale Einheit im Sinne der Verwandtschaft. Der neue Begriff bezeichnet das mit dem Aufstieg des Bürgertums sich durchsetzende Ideal der Bürgerlichen Familie, d. h. der Kernfamilie und ihrer Einbettung in Abstammungsbeziehungen.“

(Wikipedia )

 

Interessant, oder? Die „Familie“ als „Sklavengemeinschaft“, die einem (männlichen) Herrscher untersteht. Von „Liebe“ und besonderer, emotionaler Verbindung ist nichts zu lesen. Und ich glaube auch nicht daran, dass eine gemeinsame Abstammung oder eine vorgegebene Eltern-Kind-Beziehung automatisch dazu verpflichtet oder berechtigt.

Ein Kind hat das Recht auf Schutz, Gesundheit, Gewaltfreiheit, Förderung, Spiel, Frieden, u.a. Es hat auch ein Recht auf eine „Familie“ und „elterliche Fürsorge“ (UN-Kinderrechtskonvention)- wie dies inhaltlich stattfindet, ist wohl individuell? Steht irgendwo „Ein Kind hat das Recht, geliebt zu werden. Und zwar ganz besonders und für immer und ewig von seinen Eltern (wer auch immer diese Bezeichnung inne haben mag)“?

Die Personen, die sich verantwortlich für ein Kind fühlen und zeigen, bei denen es lebt und wohnt- die haben offenbar die „Eltern-Position“. Egal, ob es leibliche Verwandte, Adoptivmenschen oder berufliche Erzieher_innen sind. Ich denke, es geht um eine Bindung zwischen Kindmensch und Erwachsenmensch. Sogar ein_e Nachbar_in kann diese Bindungsperson sein, ein_e Lehrer_in, die Person aus dem Schulweg-Kiosk. Gerade dann, wenn die Elternleute, bei denen das Kind wohnt, ihre Aufgaben nicht gut erledigen, nicht (ausreichend) lieben (können/wollen); gerade dann können Kurzzeitbegegnungen mit Menschen außerhalb der „Kernfamilie“ so intensiv verbindend sein.

Ich hatte zum Beispiel diesen einen, rennradfahrenden Grundschullehrer. Die entfernte, zu früh gestorbene Oma. Die winkende und lächelnde Nachbarin drei Straßen weiter. Die Bäckerin mit dem „Schaumkussbrötchen“, auch wenn kein Geld da war. „Nora“ aus dem Film „Elliot, das Schmunzelmonster“ und „Lilo“ aus der „Sesamstraße“. Das braune Pferd „Max“ vom Bauern am Dorfrand. Und eine Hand voll innerer „Stimmen“. Sie alle haben mich durch meine Kindheit und Jugend begleitet und waren Bindungswesen jenseits von dem, was eigentlich „Familie“ hätte sein sollen.

Eltern haben keine Verpflichtung, ihr Kind zu lieben. Es ist gut, wenn sie es können. Wenn sie es fühlen. Es ist oft einfach automatisch so. Wunderbar. Aber Menschen treffen eben auf Menschen und manchmal geht´s schief. Dann haben die Erwachsenen die Verantwortung, Konsequenzen zu ziehen und dem Kind die bestmögliche Alternative zu ihnen selbst zu organisieren. Sie haben die Pflicht, für Liebe zu sorgen.

Und Kinder?

Sie haben das Recht, sich Bindungen selbst auszusuchen.

Sie dürfen auswählen.

Sie dürfen ablehnen.

Sie dürfen fordern.

Sie dürfen bleiben und gehen.

Auch dann, wenn sie selbst erwachsen geworden sind.

 

Kliniksuche

Auf der Homepage von „Vielfalt e.V.“ gibt es eine Liste mit Kliniken, die traumatherapeutisch (mit DIS-Menschen) arbeiten.

Ich habe alle angeschrieben, die per Krankenhauseinweisung aufnehmen- zwei, drei musste ich direkt streichen wegen biographisch belasteter Örtlichkeit.

Eine Rehamaßnahme kann leider wegen Ablehnung des Rehaantrages durch die zuständige Krankenkasse nicht stattfinden.

Ich habe alle Kliniken gefragt, wie ihre Wartezeiten bis zur Aufnahme bei DIS-Betroffenen aussehen und wie sich das Therapieangebot gestaltet. Ebenfalls interessierte mich die Möglichkeit einer Einzelzimmerunterbringung.

Weil die Antworten vielleicht auch andere interessieren könnten, poste ich hier meine Ergebnisse:

 

Ameos Klinikum Dr.Heines, Bremen:

keine Antwort

Ameos Klinikum Heiligenhafen:

kein DIS-spezifischer Behandlungsplatz zur Verfügung; keine Aufnahme auf die (sehr lange) Warteliste, ich soll mich in einem Jahr noch mal melden

Ameos Klinikum, Osnabrück:

freundliche Antwort einer Psychologin der Traumastation; Gruppenangebot sei für alle Patienten_innen der Station identisch, Fokus liege bei DIS dann auf Einzeltherapiestunden (2 mal wöchentlich), wo auch mit „inneren Anteilen“ gearbeitet werde; Einladung zu einem Vorgespräch; Wartezeit: ca. 2 Monate; keine Angabe zu Einzelzimmern

Asklepios Fachklinikum, Göttingen:

Therapiekonzept im Mailanhang, Wartezeit: ca.2-3 Jahre

Burghof-Klinik, Rinteln:

ich soll eine aktuelle Verordnung von Krankenhausbehandlung und Vorbefunde der letzten ein bis zwei Jahre hinschicken; Therapieangebot sei „sehr individuell“; Wartezeit: ca. 3 Monate

Caduceus Klinik, Bad Bevensen:

„keine Aufnahme von (neuen) DIS-Patienten_innen auf die Warteliste“

CIP Klinik Dr. Schlemmer, Bad Tölz:

ich soll Anmeldeformular und Vorberichte hinschicken, Wartezeit sei diagnoseabhängig (also kein Bezug auf meine Email)

DIAKO Nordfriesland, Breklum:

Antwort der Oberärztin, ich möge Vorberichte schicken, danach könne man ein persönliches oder telefonisches Vorgespräch vereinbaren; Konzept sei auf der Homepage; Wartezeit: „sehr unterschiedlich, richtet sich u.a. danach, wie flexibel man ist“, Einzelzimmerunterbringung sei „ggf. möglich“

Dr.Barner, Braunlage/Harz:

ich solle mitteilen, bei welcher Krankenkasse ich versichert bin, da es sich um ein Privatkrankenhaus handele

Dr. von Ehrenwall´sche Klinik, Bad Neuenahr:

„spezielles Therapieangebot gibt es nicht, wir können Ihnen jedoch eine Traumatherapie und eine Stabilisierungsgruppe anbieten“; Wartezeit: ca. 6 Monate; Einzelzimmerunterbringung möglich

Evangelische Stiftung Tannenhof, Remscheid:

Pflichtversorgungsauftrag für Region Wuppertal/Remscheid, ich wohne zu weit weg

Evangelisches Krankenhaus Bielfeld, Johannisstift:

nimmt gesetzlich versicherte Patienten_innen nur in einem Umkreis von 100km um Bielefeld auf

Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, Station Jona:

ich solle meine Beschwerden und meine Therapievorstellungen in einem 2-seitigen Brief an den Chefarzt darstellen; danach würde ich zu einem Vorgespräch vor Ort eingeladen werden- erst dann könne eine Aufnahme vereinbart werden; kein telefonisches Vorgespräch möglich; keine Angabe zur Wartezeit; ausschließlich 2-Bett-Zimmer

Hardtwaldklinik II, Bad Zwesten:

keine Antwort

Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben, Ballenstedt:

ich möge mich an eine bestimmte Telefonnummer wenden

kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost, Haar:

ausführliche, freundliche Antwort vom Oberarzt mit genauer Darstellung des Therapiekonzeptes; gemischtgeschlechtliche Station; Wartezeit: ca. 6 Monate; nur 2-Bett-Zimmer (teilweise Badnutzung zu Viert)

Klinikum Wahrendorff:

keine Antwort

Parkland-Klinik, Bad Wildungen:

keine Antwort

Rhein-Klinik, Bad Honnef:

ich möge bitte die Patientenverwaltung zur Erklärung des Aufnahmeprocedere anrufen

Schön Kliniken, Bad Arolsen / Bad Bramstedt:

ich soll mitteilen, bei welcher KK ich versichert bin, denn bei bestimmten Krankenkassen sei ein Vorgespräch (in Bad Bramstedt) notwendig; Klinikprospekt im Anhang; keine Bezugnahme auf DIS; Wartezeit Bad Arolsen: ca.16-18 Wochen; keine Angabe zu Einzelzimmern

 

Nicht auf der „Vielfalt e.V.“-Liste:

Sonnenberg Klinik, Stuttgart:

ich soll „Selbstbericht“, Befunde und schriftliche Anmeldung des aktuellen Behandlers hinschicken, keine Antworten auf meine Fragen zu Wartezeit und DIS, ein Einzelzimmer sei „kaufbar“

Städtisches Klinikum Dresden (Weißer Hirsch):

Bitte um Zusendung eines Einweisungsscheins, dann erfolge Einladung zum ca.2stündigen Vorgespräch; Wartezeit: ca.1-8 Wochen; nur 2 Einzelzimmer für Traumapatienten vorhanden

 

Toi, toi, toi!

Ich liebe es, wenn ich die Ruhe behalten kann, auch wenn um mich herum Chaos ausbricht. Ich liebe es, eine schiefe, krumme, gestörte Theaterprobe kurz vor der Aufführung gelassen wahrnehmen zu können. Zwischendurch einen Witz zu machen und damit die anderen Theatermitspieler_innen aufzumuntern, denen die Haare zu Berge stehen.

Außerdem liebe ich es (manchmal), innere Kommentare zu hören, die keiner im Außen mtbekommt. Zum Beispiel von Innenpersonen, die schimpfen wie die Rohrspatzen, weil Requisiten fehlen oder weil Flyer falsch gedruckt wurden. Dann stehe ich da, höre zu, schmunzle in mich hinein, atme durch und freue mich, wenn eine Mitspielerin zu mir sagt: „Du bist ja so entspannt, regst du dich denn gar nicht über das Chaos auf?“- weil ich dann ganz stimmig antworten kann: „Nö, ICH reg´mich nicht auf!“… Und weil ich fühle, wie gut es sein kann, belastende Gefühle innen aufzuteilen.

Wie toll, nach dem letzten rüttelnden Gruppenerlebnis zu spüren: Ich bin kein grundsätzlicher Risikofaktor. Die Mitspieler_innen verlieren die Nerven eben auf ihre Weise. Und ich kann – außen und innen- Fels in der Brandung sein, weil wir sind, wie wir sind.

Super Generalprobe. 🙂