eine Stunde, spätnachmittags.

Ich zwinkere kurz und nehme als erstes den typischen Duft diverser Yogi-Teesorten wahr. Dann höre ich Radiomusik. Als meine Augen und mein Gehirn sich wieder zu einer logischen, funktionierenden Gemeinschaft verbinden, erkenne ich, wie hell und bunt es um mich herum ist. Als ich das letzte Mal zwinkerte, gab mir gerade Frau Paketshopfrau mein Wechselgeld zurück und wünschte mir noch einen schönen Tag.

Jetzt stehe ich also tatsächlich vor einem Teeregal und realisiere, dass ich mich in der Öko-Abteilung eines Supermarkts befinde. Glücklicherweise ist dieser Bereich im Sinne des „entschleunigten Einkaufs“ mit einer Holzbank ausgestattet, auf der ich jetzt tatsächlich erstmalig Platz nehme. Wie viele Menschen hier wohl bei Ladenschluss einfach vergessen werden?

Ich grinse irgendwie dümmlich und fühle mich überfordert, weil ich nicht weiß, was ich hier soll und will oder wollte. „Wahrscheinlich irgendwas kaufen“, schlussfolgere ich, als ich einen knitterigen Zwanzigeuroschein in der Jackentasche entdecke. Einen Einkaufszettel finde ich nicht. Wiedermal bedauere ich, dass mein innerer Schweinehund bisher meistens stärker war als mein Vorhaben, die Übungen aus dem Gedächtnisweltmeisterschaftentutorial umzusetzen.

Was geht mir durch den Kopf? Finde ich Antworten auf meine Frage, ob ich hier sitzenbleiben oder einfach nach Hause gehen soll? Ich klaube das Handy aus der Hosentasche und schreibe eine SMS an meine Frau: „Lebkuchenherzen, Magen-Darm-Tee, Redbull, Tiefkühllasagne. Nichts davon will ich konsumieren, aber das Gehirn offenbar schon. Ich glaube, ich bin multipel.“ Als ihre Antwort kommt, lache ich etwas gelöster: „Das hätte ich in all den Jahren doch bemerken müssen!“. Unser gemeinsamer Humor erdet mich.

Ich stehe auf und hole tatsächlich den gebrainstormten Magen-Darm-Tee, denn ich erinnere mich an die Bauchschmerzen gestern Abend. Woher sie kamen weiß ich jetzt nicht, aber irgendwie fühle ich mich mies, wenn ich mir vorstelle, hier im Supermarkt mit einem Norovirus oder etwas ähnlich Appetitlichem unter Leuten zu sein, die gar nicht ahnen, wie hochgradig irrtierend (haha… oder irrtiert?) ich sein könnte, ohne es gar selbst zu wissen, jedoch… was denke ich hier? Bandwurmsätze, aus dem Bauch kommend. Hahaha.

Wieder zwinkere ich. Meine Hand drückt auf den Grünphaseschalter an der Fußgängerampel. Ich blicke mich um: Autos, Fahrräder, wartende Menschen auf der gegenüberliegenden Seite, eine große Uhr, Häuser, auf einem Dach steht am Geländer eine Person. Herzstolpern. Will die springen? Ich schaue an mir herunter und sehe an meinem Handgelenk einen Stoffbeutel baumeln. Ich durchsuche den Inhalt jetzt nicht, sondern überlege, ob man die Polzei anrufen sollte oder darf, nur weil eine Person am Geländer einer Dachterrasse steht. Das ist ja nicht per se verboten oder ungewöhnlich.

Ich merke meine Beine über die Straße gehen. Dichter an das Haus heran. Kurz spüre ich Angst im Bauch und will die Seite wechseln, weil ich befürchte, dass der Mensch vielleicht direkt vor mir aufprallen könnte, wenn er jetzt springen würde. Ich will nie im Leben jemals wieder eine Leiche sehen, denkt es. Ich reiße mich zusammen und laufe zügigen Schrittes am Haus vorbei. Ich höre kein Matschklatschen, keinen Schrei, keinen Knall oder sonstige bedrohliche Geräusche. Die Person will vielleicht nur rauchen, dort oben. Mehr nicht. Ich biege um die Ecke und bin froh, dass Suizid jetzt kein Thema für mich geworden ist. Und dass ich nicht die Polizei gerufen und mich zum Honk gemacht habe.

Die Augen zwinkern mehrfach von alleine. Ich sitze auf unserem Bett. Neben mir liegt eine Packung Spekulatiustwix und ein angebissenes Kümmelbrötchen. Mir ist wieder so übel wie letztens, als mir so übel war. Ich wette, der Magen-Darm-Tee steht nicht in der Küche. Ich wette, irgendein unverträglicher, nichtsnutziger, wertloser Kackscheiß liegt da auf dem Tresen, den kein normaler Mensch essen will oder essen sollte, der aber trotzdem von diesem-meinem Gehirn als kaufenswert deklariert wurde.

Er zappt durch einige Fernsehprogramme und schiebt sich eine Gabel voll Kartoffelsalat in den Mund. „Ich versteh nicht, was daran falsch sein soll“, murmelt er. Dann drückt er den noch heißen Teebeutel in der Tasse aus und rümpft die Nase. „Den trinkst aber DU!“, gibt er nach innen weiter.

„Ich schwöre, wenn der Mensch da vorhin echt gesprungen wäre, ich hätte so gekotzt!“ plappert eine mitteljunge Stimme los und malt dann in schillernden Farben weitere Details aus, die eigentlich niemand hören will. „Guten Appetit!“, ranzt er sie an und schließt leicht angewidert die Kartoffelsalatverpackung.

Ich zwinkere.

In meiner Handfläche liegen klebrig gewordene Münzen.

Frau Paketshopfrau räuspert sich. „Na, noch was vergessen?“

Meine Augen suchen die Wände verzweifelt nach einem Kalender ab.

Mir ist schlecht.

 

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Geburtstagsplanung

Er rechnet: „6 Jahre noch. Dann haben wir den Punkt erreicht, an dem wir sagen können: Wir haben länger OHNE organisierte Gruppierung und Gewalt gelebt als mit.“

Sie lächelt. „Und willst du erst dann feiern oder geht auch schon vorher was?“

Er spitzt die Lippen. „Wichtige Frage.“ Dann zuckt er mit den Schultern. „Ich denke, 40 Jahre alt zu werden ist in unserem Fall und auf unsere Weise und überhaupt an sich schon ein guter Grund.“

Sie klebt den nächsten Briefumschlag zu. „Heißt das, du bist damit einverstanden, dass ich die Einladungskarten jetzt endlich abschicke?“

Er nickt. „Aber die Party in 6 Jahren, die wird noch fetter!“

Sie schweigt und lässt die Gedanken an früher einfach nicht mehr zu.

 

Im Kontakt mit anderen Menschen ist das Vielesein…

„… ganz nützlich. Wenn´s zu viel wird, wechseln wir uns ab. So denken doch manche Leute über DIS, oder? Ist ja auch Konfliktprävention, wenn Streit in der Luft liegt, kommt einfach jemand Unbeteiligtes und deeskaliert. Haha, wenn´s mal so einfach wäre! Und das Gegenüber wird nicht überfordert, solange wir einfach nur unter der Tarnkappe vor uns hin switchen. Ist das jetzt wunderbar plakativ formuliert?“

„… bereichernd. Man knüpft einzelne Verbindungen, das Gegenüber kann einen ganzen Freundeskreis geschenkt bekommen. Man kann viel Spaß zusammen haben und viel Berührendes erleben. Und man lernt Toleranz, Geduld, Herzöffnung, Mutigsein und sowas alles. Also, beide Seiten lernen das.“

„… für mich überhaupt kein Thema. Es spielt keine Rolle, weil es selten bemerkt wird. Wir regeln uns selbst und müssen nichts davon nach außen kommunizieren. Ich kann nur Kontakte aushalten, in denen die DIS nicht geoutet ist.“

„… eine Behinderung. Meistens kommt das Gegenüber auf Dauer nicht mit uns klar, oder nur mit einer Handvoll unkomplizierter, netter, sozialkompatibler Innenpersonen. Wir müssen uns immer verstecken, wenn wir Beziehungen halten wollen. Sobald man mehr von uns mitbekommt, gehen Kontakte kaputt. Ab einem bestimmten Punkt werden wir zu viel.“

„… nicht das Problem. Es ist die Gewalt im Hintergrund, die unser Gegenüber nicht realisieren und mit uns in Verbindung bringen kann oder will. Unsere Biographie ist die Bruchstelle in Kontakten.“

„… oft so ein Faszinationsding. Sobald das Thema auf den Tisch kommt, gibt´s nichts anderes mehr daneben. Dann sind wir nur noch die Vielen. Sonst nichts. Was soll das?“

„… unser persönlicher Pausenknopf.“

„… eine Erklärung dafür, warum manches so krass irritiert.“

„… unser wunder Punkt.“

„… gut versteckt.“

„… das langweiligste Thema, was es im Gespräch geben kann.“

„… unsere unverzichtbare Rettung vor dem overflow.“

„… Ursache und Wirkung zugleich, was Auseinandersetzungen, Ängste, Dynamiken angeht.“

„… für mich oft mit der Frage verbunden, ob es so gut oder so schlecht miteinander läuft, obwohl oder gerade weil eine DIS vorliegt.“

„… eben nur ein Teil von etwas.“

„… ein Grund dafür, warum es so lange dauert, Vertrauen zu spüren und zu festigen und warum Bindung so fragil ist.“

„… häufig ein Punkt, an dem ich mich absolut unverstanden und ungesehen fühle.“

„… oft damit verbunden, dass ich mich vergessen fühle, weil andere mehr im Außen aktiv und erkennbar sind als ich.“

„…“

Sie und Krabat

Zum gefühlt hundertsten Mal, seitdem sie sich erinnern kann, blättert sie im Buch „Krabat“ von Otfried Preußler. Eine ihrer Lieblingsstellen sieht schon ganz abgegriffen aus: Der Müller/Meister ruft Krabat zu sich und stellt ihn vor die Entscheidung, sein Nachfolger zu werden.

„Gehst Du weg?“ fragte Krabat.

„Ich habe es satt hier.“ Der Meister lockerte sich den Kragen. „Es lockt mich, ein freier Mann zu werden. In zwei, drei Jahren könntest du meine Nachfolge antreten und die Schule fortführen. Wenn du zusagst, gehört dir alles, was ich zurücklasse, auch der Koraktor (Sammlung der Zaubersprüche).“

„Und du?“ fragte Krabat.

„Ich werde mich an den Hof begeben“, sagte der Meister. „Als Staatsminister, als Feldherr, als Kanzler der Krone von Polen vielleicht- je nachdem, was mir Spaß macht. Die Herren werden mich fürchten, die Damen mir um den Bart gehen, weil ich reich und von Einfluss bin. Jede Tür steht mir offen, man sucht meinen Rat, meine Fürsprache. Wer es wagt, sich mir nicht zu fügen, den schaffe ich mir vom Hals, denn ich kann ja zaubern und werde mich meiner Macht zu bedienen wissen, das darfst du mir glauben, Krabat!“

Sie denkt zum gefühlt hundertsten Mal, seitdem sie sich erinnern kann, wie hochaktuell diese Geschichte ist. Und dass sie all die Täter und Täterinnen von heute nicht verändern kann.

„Auch du kannst es ähnlich halten. Nach zwölf oder fünfzehn Jahren, in denen du auf der Mühle am Koselbruch Meister gewesen bist, suchst du dir unter den Mühlknappen einen Nachfolger aus, übergibst ihm den ganzen Kram- und bist frei für ein Leben in Pracht und Herrlichkeit!“

Krabat bemühte sich, seinen klaren Kopf zu behalten. (…) „Tonda“, hielt er dem Meister entgegen, „ist tot, und Michal ist auch tot. Wer sagt mir denn, dass ich nicht der nächste bin?“

„Das verspreche ich dir.“ Der Müller hielt ihm die linke Hand hin. „Mein Wort darauf (…).“

Krabat schlug in die dargebotene Hand nicht ein. „Wenn es mich nicht trifft“, fragte er- „trifft es dann einen andern?“

Der Meister bewegte die Hand, als gelte es, etwas vom Tisch zu wischen.

„Einen“, erklärte er, „trifft es immer. Aber wir könnten von nun an gemeinsam darüber befinden, wer an die Reihe kommt. (…)“

Seitdem sie sich erinnern kann, packt sie immer wieder aufs Neue der Schmerz, wenn sie daran denkt, dass sie die Gewalt nicht verhindern kann. So oft hat sie sich an die Idee geklammert, mit ihrem Verhalten die Dinge beeinflussen zu können. Mitzumachen bedeutete auch, jenseits der Ohnmacht in eine Handlung zu kommen. Mit einer eigenen Entscheidung hatte das jedoch nichts zu tun.

Krabat war aufgesprungen, voll Abscheu schrie er den Meister an: „Mach du zu deinem Nachfolger, wen du magst! Ich will nichts zu schaffen haben damit, ich will gehen!“

Der Meister blieb ruhig. „Du gehst, wenn ich es erlaube. Setz dich auf deinen Stuhl und hör zu, bis ich fertig bin.“

Es fiel Krabat nicht leicht, der Versuchung zu widerstehen, sich jetzt schon auf eine Kraftprobe mit dem Meister einzulassen- trotzdem gehorchte er.

Sie grübelt immer wieder darüber nach, ob es nicht häufiger möglich gewesen wäre, sich zu wehren. Auch heute noch seziert sie manchmal Erinnerungen um herauszufinden, ob ihre Schuld- und Schamgefühle nicht doch berechtigt sind: Vielleicht hätte sie doch ein Mal mehr „Nein!“ sagen können. Vielleicht wäre eine Flucht früher gelungen, wenn sie etwas anders… konsequenter… kraftvoller getan hätte. Vielleicht hätte ihr bereits Jahre zuvor bewusst werden können, wie wichtig das Erinnern ist. Für sie selbst und die anderen. Innen und außen.

„Dass dich mein Vorschlag verwirrt hat“, sagte der Müller, „kann ich dir nachfühlen. Darum will ich dir Zeit lassen, alles in Ruhe zu überdenken.“

„Wozu?“ fragte Krabat. „Es bleibt dabei, dass ich nein sage.“

„Schade.“ Der Meister betrachtete Krabat kopfschüttelnd. „Wenn du auf meinen Vorschlag nicht eingehst, wirst du wohl sterben müssen. Du weißt, dass im Schuppen ein Sarg bereitsteht.“

„Für wen“, sagte Krabat, „das wird sich noch zeigen müssen.“

Sie schaut vom Buch auf, blickt sich im Zimmer um. „Danke, dass wir das hier haben. Dass wir hier leben. Dass wir uns für dieses Zuhause entschieden haben.“ murmelt sie. Ihr kräftiger Herzschlag zeigt ihr, wie lebendig sie ist. Und sie spürt noch etwas: Sie ist froh, dass sie ihre Wut finden konnte. Seitdem sie sich erinnern kann.

Der Meister verzog keine Miene. „Ist dir bekannt, was die Folge wäre, wenn eintreten würde, worauf du zu hoffen scheinst?“

„Ja“, sagte Krabat. „Ich könnte dann nicht mehr zaubern.“

„Und?“, gab der Meister ihm zu bedenken. „Du wärest bereit, das in Kauf zu nehmen?“

Er schien einen Augenblick nachzudenken, dann lehnte er sich im Sessel zurück und sagte: „Nun gut- ich gewähre dir eine Frist von acht Tagen. In dieser Zeit, dafür sorge ich, wirst du Gelegenheit haben zu lernen, wie es sich lebt, wenn man nicht mehr zaubern kann. Alles und jedes, was du im Lauf der Jahre bei mir gelernt hast- von dieser Stunde an soll es aus und vergessen sein!“

Sie weiß, wie es weitergeht: Krabat durchlebt eine harte, anstrengende, quälende Woche, jede Arbeit ist mühsamer, weil er nicht mehr auf seine Zauberkraft zurückgreifen kann; er träumt schlimme Träume, in denen der Meister ihn immer wieder auf die Probe stellt, ob er erneut nein sagen würde, wenn er noch mal entscheiden könnte.

Die Geschichte nimmt ein gutes Ende. Seitdem sie sich erinnern kann, unterstützt Krabats Entwicklung sie dabei, ihren eigenen Weg weiterzugehen. „Niemand hat behauptet, dass es leicht wird, wenn die Gewalt an uns aufhört,“ denkt sie, „aber es ist ein erster Schritt, damit es irgendwann leichter werden kann.“

Krabat hat sehr für seine Freiheit gekämpft- und damit auch Freiheit für seine Mitgesellen erreicht. So oft fühlte sie sich schlecht, weil sie ihre eigene Rettung in den Fokus stellten, sie und die anderen. Weil sie andere zurücklassen mussten. Weil sie damit leben mussten, dass andere weiter leiden würden, während sie selbst lachen, lieben und heilen wollten. So oft war es mühsam, wenn sie merkten, dass das, was sie gelernt und verinnerlicht hatten, heute nicht mehr dienlich war, nicht mehr hilfreich zur Verfügung stand. Aber genau dann, wenn sie erlebten, dass sich Neues in ihnen entwickelte, dass etwas Neues wuchs, genau dann spürten sie, wie sehr es sich lohnte. Dieses Leben hier.

Sie sagen heute immer wieder nein. Und immer wieder ja.

Zum gefühlt hunderttausendsten Mal.

von außen betrachtet

„Wie wunderbar deeskalierend Magnetwände doch sein können“, dachte sie, als das Zimmer fertig aufgeräumt war. Sie (wer?) saß auf dem Bett und betrachtete die gegenüberliegende Stückwerkkunst. Auf einem Zettel stand in fettem Schwarz: „Arschloch!“ (zu Recht!) Das Ausrufezeichen war mehrfach betont. Festgehalten wurde das wütende Statement von einem freundlich grinsenden, rosafarbenen Magnetschwein. (who the fuck?? ich hatte doch den roten Button gewählt!) Sie lächelte. Es war Annäherung entstanden während des Aufräumens.

Zuvor hatte es jedoch Chaos (Megastress!) gegeben, innerlich und äußerlich. Ein eigenes Zimmer gestalten (und bewohnen) zu dürfen war Luxus und Überforderung zugleich. Knapp 20 Quadratmeter, Bett, Regal 1 (zu klein) und Regal 2 (zu voll), Kleiderschrank, Sessel, Hocker und Schubladenschränkchen (zu spießig). Alles da, was man braucht (tatsächlich?) und nicht mehr, als man verarbeiten kann (nun ja…). „Gut sortiert“, würde sie sagen.

Und trotzdem wurde immer wieder Chaos spürbar (oh wunder). Der freie Raum bot Möglichkeiten für Einzelne (und Begrenzungen für Andere). Nicht alles konnte und durfte bildlich, farblich, gegenständlich ausgedrückt werden (wer entscheidet?). Aber alle durften sein (Theorie und Praxis, jaja..). Das war kein Widerspruch. Aber eine hohe (very much!) Anforderung an die Kontakt- und Kommunikationsbereitschaft (und an die Geduld, die Synapsen, die Disziplin, den Mut, das Herz, whatsoever).

Die Magnetwand stellte eine Basis (einen Rahmen!) dar, auf der Bewegung stattfinden und sichtbar werden konnte. Schnipsel, Worte, Collagen, Symbole, kleine Gemälde und Zettel zeigten Vielfalt (Gothic meets Bullerbü), Verbindung (ohne dich bin ich mindestens halbiert) und Autonomie (wir müssen einander nicht gefallen!). Schnell konnte etwas auf- und ebenso schnell wieder abgehängt werden (living next door to Altpapiercontainer). Nichts musste (würde) für immer bleiben, kurze Augenblicke wanderten durch den Tag, die Woche (das Gehirn).

Magnetwandgeschichten, ganz flüchtig und doch unverzichtbar, dort, wo sich etwas zusammensetzen will (muss/soll/kann/darf).

(Das rosa Schweinchen, das hätte aber echt nicht sein müssen. :-))