Heute, 21.04 Uhr, WDR5

Nach einigen Verzögerungen wird heute das Radiofeature zu ritueller und organisierter Gewalt ausgestrahlt.

Es ist sicher sinnvoll und wichtig, sehr genau auf eigene Belastungsgrenzen zu achten, wenn man sich das Feature anhören möchte. Dabei ist es nützlich, dass der Beitrag anschließend zum Download zur Verfügung gestellt wird- so kann man frei entscheiden, wann man es anhören möchte.

Wir sind interessiert an Euren Gedanken, Gefühlen, Fragen zum Feature- wenn Ihr mögt, schreibt unter diesen Beitrag Kommentare!

Radiofeature zu organisierter und ritueller Gewalt

Es gibt nun einen neuen Sendetermin des Radiofeatures “Kinderfolter- Sexuelle Gewalt in organisierten und rituellen Gruppen“:

Sonntag, 17. Oktober 2021, 13:04 – 14:00 Uhr, und als Wiederholung 20:04 – 21:00 Uhr.


Unter diesem Link steht die Sendung nach der Ausstrahlung auch zum Download zur Verfügung:


https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/dok5/folter-kinder-gewalt-sekten-rituale-100.html

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Nimmst du den Kaffee schwarz, mit Zucker, Süßstoff, Kuh-, Soja-, Hafer-, Mandelmilch oder doch lieber Tee?

Ist das eher hellblau, türkis, petrol oder eisvogelblau?

Wann hast du Zeit?

Wen lädst du zum Geburtstag ein? Es gehen nur 4 Leute.

Willst du es nicht wenigstens mal ausprobieren?

Willst du das behalten oder kann das weg?

Sie können das Jobangebot ablehnen, aber dann gibt’s Sanktionen.

Wenn Sie die 500 Euro kalt nicht zahlen können, müssen Sie sich halt eine andere Wohnung suchen. Das ist Ihr Ding.

Barrierefrei ist es nicht, das müssen Sie wissen.

Sie müssen das Angebot nicht annehmen, aber dann ist auch klar, dass an dieser Stelle Schluss ist.

Wir können darüber reden, nur dann musst du auch kompromissbereit sein.

Du bestimmst, wo es langgeht.

Es kann ja nicht so schwer sein, sich für weiblich oder männlich zu entscheiden.

Sie können freiwillig hierbleiben oder wir erwirken einen Beschluss. Das ist Ihre Entscheidung.

Sie können den stationären Therapieplatz haben und müssten auch nicht lange warten, wenn Sie dem Ziel der Integration zustimmen.

Welche Seite tut weniger weh?

Ich kann dir helfen, dann geht’s schneller.

Wenn dir die nachfolgenden Generationen nicht völlig am Arsch vorbeigehen, wählst du grün- ansonsten ist doch klar, was passiert.

Erststimme? Zweitstimme?

Wenn du was haben willst, musst du auch was geben.

Du kannst dich in Sicherheit bringen oder du kümmerst dich noch um deine Geschwister, das musst du selbst entscheiden.

Du bestimmst, was mit ihm/ihr wird, aber du musst dann auch mit den Konsequenzen rechnen.

Er oder du. Du hast die Wahl.

Sie oder du. Du hast die Wahl.

Wenn du das nicht machen willst, machen wir es eben.

Das fühlt sich doch gut an, oder?

Oben oder unten? Rechts oder links?

Liebst du mich oder nicht?

Ja oder nein?

Es ist deine Entscheidung. Deine Wahl. Deine Freiheit.

Von strohdoofen Fußballstars und behinderten Profis

Die Läuferin steht (ihr Gesicht hinter einem Mund-Nasenschutz und einer dunklen Sonnenbrille komplett verdeckt) schwer atmend, verschwitzt und offensichtlich gestresst vor der Reporterin. Diese hält ihr ein Mikro vor die Nase und fragt, ob sie zufrieden mit sich sei. Die Läuferin kommt frisch von der Laufbahn, hatte vor ungefähr 5 Minuten ihr Rennen und wendet den Kopf ab. Aus ihren Haaren fallen Schweißtropfen. Sie murmelt schließlich: „Nein, ehrlich gesagt nicht…“ und die Reporterin will weitere Fragen stellen. Die Läuferin schweigt, hechelt immer noch und fühlt sich deutlich unwohl. Die Reporterin lässt schließlich von ihr ab und sagt, sie könnten ja später noch mal miteinander sprechen.

Der Moderator im Fernsehstudio kommentiert die Szene so, dass eine „Überforderung“ (kognitiv? was meint er?) ein „typisches Phänomen“ der „Cerebralparetiker“ sei und man „natürlich Verständnis dafür habe“.

Ich schalte erst den Ton und schließlich den ganzen Fernseher aus.

Paralympische Spiele im Jahr 2021… Die Kommentatoren/Moderatoren, die ich bisher gesehen habe, formulieren so viel ableistische Scheiße, dass ich brüllen möchte. Hat keiner von ihnen irgendeine noch so kleine Schulung zu Ableismus, Diskriminierung oder einfach auch nur respektvoller Gesprächsführung gemacht?

Das oben genannte Beispiel ist einer von mehreren abwertenden, peinlichen Momenten, die ich innerhalb einer einzigen Stunde (!) TV-Übertragung mitbekomme. Da werden Athlet*innen nicht beim Namen genannt, sondern über ganze Gruppen definiert: Die Cerebralparetiker, die Rollifahrer, die Blinden, die Amputierten, die geistig Behinderten… Über´s Gendern brauchen wir gar nicht erst zu sprechen.

Es scheint mir so, als würden die Paralympischen Spiele wie ein bemitleidenswertes Furunkel am gut gefütterten Hintern des „nicht behinderten“ Profisportes dargestellt.

Ich denke noch mal an die Läuferin und diesen unsäglichen Kommentar, der eine Ohrfeige, getarnt als Verständnisblabla, war. Ich frage mich:

Wieso werden im (männlichen) Profifußball die zum Teil völlig sinnbefreiten Statements der mit Geld zugeschissenen „Stars“ direkt nach den Spielen eigentlich immer auf deren emotionale Verfassung (überwältigt, etwas enttäuscht, erschöpft) zurückgeführt? Und nicht darauf, dass sie vielleicht einfach nur strohdoof sind??