Wenn man denkt, etwas hinter sich gelassen zu haben und es dann doch wieder auf der Matte steht,…

… dann ist Freitag und man hält einen gelben Briefumschlag in der Hand. Gelbe, offizielle Briefumschläge verheißen meistens nichts Gutes. In diesem Fall handelt es sich um eine erneute Ladung zur Zeugenbefragung. Wieder bezüglich des Wohnungseinbruchs. Diesmal müssen wir vor´s Landgericht. Warum wissen wir nicht- möglicherweise ist der bereits verurteilte Täter in Berufung gegangen? Wie bescheuert (oder verzweifelt? Oder falls es vom Verteidiger initiiert wurde: wie geldgeil) kann man sein, bei so einer glasklaren Beweislage (in einigen Delikten!) die Sache jetzt noch mal neu aufrollen zu lassen? Worum geht´s denn hier?

Uns bleibt jetzt im Moment nichts anderes übrig, als den Termin im Kalender zu notieren und den gelben Briefumschlag in der Schublade zu versenken. Kann man nix machen, da müssen wir eben hin, aufregen nützt nichts.

Und dann, zwischen wärmendem Kräutertee in der Sonne und erfrischendem Melissenduft in der Dusche kriecht noch etwas anderes in unser Bewusstsein, das wir doch eigentlich auch schon hinter uns gelassen hatten: Das beschämende, verletzende Gefühl, als die Außenstellenleiterin des „Weissen Rings“ uns mitteilte, sie könne uns nicht unterstützen.

Wir hatten beschrieben, dass wir uns nach der direkten Konfrontation mit dem Einbruchstäter nicht mehr wohl und sicher fühlten in unserer Wohnung und gefragt, ob es die Möglichkeit gäbe, eine kleine finanzielle Unterstützung für einen Umzug zu erhalten.

„Nein“, lehnte sie ab. Es täte ihr leid, dass wir „unverschuldet in diese Notlage geraten seien“- aber der „Weisse Ring“ würde nur „Verbrechensopfern“ helfen. Wir hakten per Mail nach, inwiefern sie unsere Erfahrung als „persönliche Notlage“ und nicht als „Verbrechenserlebnis“ definieren würde- und erhielten darauf keine Antwort mehr.

Manchmal erwischt es Dich dann einfach hinterrücks doch noch mal. Dieses „Opferding“.

Neuer Blog „Kontaktpunkte“

Hallo zusammen!

Wir haben einen neuen Blog gestartet:

Der/Das Blog legt seinen Fokus auf das, was im und am Leben hält. Dort finden sich also ausschließlich Texte, die „Hilfreiches“ thematisieren: Und zwar für gewalttraumatisierte Menschen UND Angehörige (Freund*innen, Partner*innen, u.a.)- und andere, die sich angesprochen fühlen.

Der „Hilfe-Fokus“ bedeutet jedoch nicht, dass Ihr dort nur Weichspülerworte und Bullerbüblabla zu lesen bekommt- Klartext, Kontroverses, Hinterfragendes wird natürlich auch Teil der „Kontaktpunkte“ sein.

Schaut doch gerne mal vorbei, beachtet bitte auch die „festen Seiten“ (zum Beispiel zu Trauma und Folgen) und gebt dem Projekt die Chance, „bunt zu wachsen“, indem Ihr Euch mit Euren Gedanken, Fragen, Ideen, Haltungen in den Kommentaren einbringt.

Wir freuen uns, Euch dort zu sehen!

Die „Geteilten Ansichten“ bleiben natürlich an gleicher Stelle und so wie bisher.

Viele Grüße, Paula u.a.