mind control und neue Trampelpfade

Wenn ein Mensch eine dissoziative Identitätsstruktur durch gezielte Bewusstseinskontrolle eines organisierten Täter*innenkreises entwickelt hat, entziehen sich manche innere Reaktionen und Abläufe der eigenen Macht. Täter*innen verankern Auslösereize, um das gewünschte Verhalten (bzw. das Auftreten der gewünschten Innenperson) situationsgerecht gewährleisten zu können. Diese Trigger können alle Sinneskanäle (einzeln oder komplett) betreffen, können sich kompliziert (Zahlen, Sätze, Codes, etc.) oder recht simpel darstellen und bleiben von den Betroffenen oft jahre- oder jahrzehntelang (amnestisch) unerkannt. Möglicherweise entwickeln sich ein Bewusstsein für „Lücken“ (Was habe ich wann wo getan? Mir fehlt Erinnerung/Zeit.) und eine Notwendigkeit, nach dem „Warum“ zu fragen. In einer (traumatherapeutisch orientierten) Psychotherapie kann nach und nach daran gearbeitet werden, sozusagen den „inneren Schaltplan“ zu erkennen und die Muster zu identifizieren: „Warum tut/denkt/fühlt wer wann was auf welchen Auslösereiz hin? Wo kommen die Auslösereize her?“

Für uns ist es in der Auseinandersetzung mit dieser Thematik wichtig, vor allem unsere Emotionalität mit einzubeziehen. Eigene, echte Gefühle und mind control passen nicht gut zueinander. Wenn wir beispielsweise heute noch den Automatismus erleben, auf eine bestimmte innere Dynamik hin (z.B. Innenkontakt zwischen Persönlichkeiten, die laut Täter*innenkreis getrennt gehalten sein müssten) den Impuls zu merken, uns vom Hochhaus zu stürzen, dann hilft es uns, dem unsere (recht allgemeine) Höhenangst entgegenzusetzen. Früher gab es kaum ein Innehalten, wenn so ein Automatismus losgetreten war: Triggerwahrnehmung —> Loslaufen zum Hochhaus —> Treppen hoch, Dach aufsuchen- und erst dann, im gefährlichen Moment, gelang immer wieder ein Stop. Heute ist das (allermeistens) anders: Gerade was (programmiertes) selbstverletzendes /selbsttötendes Verhalten angeht, haben wir zum Einen Trigger identifiziert und zum Anderen ein besseres System zum rechtzeitigen Stoppen entwickeln können. Bereits wenn der Impuls kommt, wird innen „gestört“, so dass es nicht zur Aktion (Losgehen) kommt. In diesem Fall ist die bewusste Störung die Aktivierung der (Innenpersonen mit) Höhenangst. Diese Emotionalität ist so echt und so wenig „tätergewollt“, dass sie hervorragend irritieren kann. Dass Impulse aus der Bewusstseinskontrolle gar nicht erst aufkommen, haben wir noch nicht in allen „inneren Ecken“ erreichen können. Dazu brauchen wir noch mehr Traumaverarbeitung.

Kognitive Argumentationen und Fragen helfen uns in solchen angetriggerten Zuständen nicht: „Jetzt zu sterben macht doch gar keinen Sinn!“, „Warum denkt Ihr jetzt gerade an das Hochhaus?“, „Es ist okay, selbst zu entscheiden.“ (Ganz schwierig! Denn in solchen Momenten wird die Idee des Suizides ja als vollkommen „eigenmächtig“ und gewollt wahrgenommen/missinterpretiert!), „Ihr dürft leben.“, etc. Solche Sätze kommen in den akuten Situationen nicht bei uns an (weder selbstformuliert, noch von einem evtl. anwesenden wohlwollenden Gegenüber gesagt). Ein wirkliches Unterbrechen und Beenden der angetriggerten Handlungsabläufe gelingt bei uns nur, wenn eine emotionale Ebene ausreichend stark berührt werden kann.

Die Höhenangst (und andere Gefühle) ist das Eine- die verhindert zwar einen Sturz von irgendwo herunter, beendet aber nicht automatisch die komplette Suizidthematik: „Okay, wenn fallen nicht geht, dann eben vergiften, schneiden, verbrennen, o.a.“ Programmierte Handlungsabläufe beinhalten oft „Seitenstränge“, für den Fall, dass etwas nicht so klappt, wie es (im Sinne des Täterkreises) soll. Allerdings haben wir die Erfahrung gemacht, dass solche „Alternativaktionen“ deutlich langsamer oder gar nicht anlaufen, wenn wir so frühzeitig wie möglich und so tiefgreifend wie möglich innerlich „stören“.

Radikale Gegensätzlichkeiten sind das Andere: „Tu möglichst genau das Gegenteil von dem, was dein programmierter Impuls dir sagt.“ Dazu muss man natürlich erst mal eine Wahrnehmung haben, dass da etwas „Fremdes“, „Induziertes“, „Geprägtes“ in einem aktiv ist. Oft hilft es, wenn andere Persönlichkeiten aufmerksam sind, ob jemand in einen mind control konformen Modus gerät. Ohne Innenkontakt geht das nicht. Bei uns gab es eine Aha-Erkenntnis: Auch ohne aktiven Täterkontakt können Automatismen ausgelöst werden. Das muss bedeuten, dass es innere Beobachter*innen gibt, die identifizieren, wann z.B. etwas (früher) „Verbotenes“ und Programmverknüpftes stattfindet. Diese Fähigkeit der genauen Beobachtung ist in uns fest etabliert. Insofern können wir sie auch für uns nutzen: Indem darauf geachtet wird, wann brisante Situationen entstehen und wann quasi „wie von selbst“ mit antrainiertem Verhalten oder von jemand anderem innen ausgelösten „Handlungsketten“ reagiert wird. Da kann ein gut durchdachtes, fein abgestimmtes Frühwarnsystem Wunder bewirken.

Das alles wird nicht locker aus dem Handgelenk geschüttelt. Dazu braucht es im ganzen System ein gewisses Maß an Selbstdisziplin und eine ebenso radikale Entscheidung FÜR ein eigenes Leben ohne Bewusstseinskontrolle. Das kann einem niemand abnehmen. Die Ressourcen, die Kräfte und das Wissen zur „Rückeroberung des eigenen Gehirns und des eigenen Willens“ liegen alle im dissoziativen Persönlichkeitssystem. Es ist alles vorhanden, was gebraucht wird. Ohne äußere kompetente, zuverlässige Hilfe beim „Zusammensuchen“ und Ausprobieren und Durchhalten und Neu-Versuchen wird es jedoch sehr, sehr schwer, vielleicht sogar aussichtslos.

Die radikalen Gegensätzlichkeiten in Momenten der mind control-Aktivierung können sich unserer Erfahrung nach innerlich festigen wie neue Trampelpfade im Gehirn. Jedes Mal, wenn es funktioniert, anders zu switchen als „programmkonform“, jedes Mal, wenn etwas immer wieder aufgeschoben wird, statt es „jetzt sofort zu tun“, jedes Mal, wenn man einen Automatismus bemerkt und damit in unterstützenden Kontakt mit einem Menschen außerhalb des Täterkreises geht- jedes Mal, wenn man einen anderen Schritt geht, als der induzierte Impuls/ Zwang vorgibt, prägt man neue Bahnen im Gehirn.

Wir glauben fest daran, dass die mind control- Spuren im Kopf „überschrieben“ werden können. Ausradieren (löschen) kann man sie vermutlich nicht. Aber immer wieder neue Erfahrungen, neue Erkenntnisse und Alternativen drübersetzen und ergänzen, so dass der „innere Schaltplan“ irgendwann unabhängig und eigenmächtig funktionieren kann und die gesetzten Trigger aufgelöst sind.

 

 

 

 

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sie ist eben immer noch nicht ich

Ich bemühe mich so sehr. Trotzdem kann ich sie nicht als „ich“ verinnerlichen. Ich weiß, dass wir einen gemeinsamen Ursprung haben, in einem gemeinsamen Körper leben und das gleiche Gehirn benutzen. Ich weiß, dass sie im Außen genauso aussieht wie ich, auch wenn wir uns in der Innenansicht deutlich unterscheiden. Ich bemühe mich so sehr, sie in meiner Wahrnehmung, meinem Identitätsgefühl, meiner Seele und meinem ganzen Sein nicht mehr als „fremd“ zu empfinden.

Ich könnte mich irgendwie auch zwingen. Könnte all meine Sachlichkeit, meinen Verstand, meine Reflektionsfähigkeit anstrengen und eine Metaebene einnehmen. Dann würde ich mehr verstehen, sehen, erkennen- und dann? Ich bin nicht blöd, ich habe einen Zugang zum Erklärungsmodell „Dissoziative Identitätsstörung“. Dennoch bleibt sie „sie“ und wird nicht zum „ich“. Es tut mir fast körperlich weh, mit dem Gefühl nicht hinterher zu kommen und es doch besser zu wissen, es aber nicht besser zu können.

Was soll´s, könnte ich sagen, es ist doch egal. Mach dir keinen Stress, könnte ich trällern, es wird schon irgendwann anders werden. Und wenn nicht- auch nicht schlimm, dann bleibst du halt, wie du bist und sie bleibt eben auch, wie sie ist. Und die anderen auch. Kein Grund, am Leben zu verzweifeln.

Nein, möchte ich widersprechen, es ist nicht egal. Es geht nicht darum, sich in irgendeiner Weise zu emanzipieren und stolze „Viele“ zu bleiben, weil man eben so ist und Integration nicht in die Tüte kommt, bzw. kommen kann.

Es geht um dieses tiefgreifende, energiefressende, zerstörerische Fremdheitsgefühl im eigenen Sein. Um das zerrissene, unkoordinierte Körpergefühl. Um die unendliche Langsamkeit der Traumaverarbeitung, weil es aufgrund der Dissoziation nicht schneller gehen kann (oder andersherum?). Es geht um diese furchtbare, unauflösbare Sehnsucht nach einem Zuhause im eigenen Innern. Sie und irgendwie-ich und sie und die anderen und ich-nicht-so-richtig und die anderen und wir und ein großer Schrei nach einem zusammengefügten, gefühlten, erkannten ICH…

Wir bemühen uns so sehr umeinander. Und miteinander. Es dauert so lange. Es geht so langsam. Es ist so anstrengend und zwischendurch so leicht und es hält eine Weile an und dann geht es wieder auseinander und manchmal weiß ich, wer ich bin und dann sehe ich mich in ihr…

Und dann habe ich furchtbare Angst und großartigen Mut zugleich.

Nach der Gewalt #10

Sie schaut aus dem geschützten Dunkel ihrer Wohnung durch den Türspion. Die Nachbarin geht langsam und beinahe meditativ durch den Hausflur. Sie war einige Tage im Krankenhaus und nun ist sie wieder da und mit ihr ein neues, kleines, kompaktes Menschenbündel, das sie vor der Brust trägt. Man erkennt eine Kapuze über einem unsichtbaren Kopf, der ungefähr so winzig zu sein scheint, wie der ihrer größeren Katze. „Fontanelle“, murmelt sie und erinnert ganz genau die weiche, nachgiebige Haut, die sie mit den Fingerspitzen befühlt hatte, damals.

Sie wusste, dass die beiden heute zurückkommen würden, denn der stolze Nachbarpapa stand gestern fluchend in der übervollen Mülltonne vor dem Haus und versuchte wild trampelnd, für einen riesigen blauen Plastiksack noch Platz zu schaffen. „Am Mittwoch muss die Wohnung tippitoppi aufgeräumt sein!“, ächzte er und sprang aus dem Container. Sie sagte: „Ahaaaa, das Baby ist da! Herzlichen Glückwunsch!“ und strahlte den Nachbarpapa mitfühlend an. Der grinste zurück. Dankedanke, geplanter Kaiserschnitt, beide wohlauf, aber müde. „Genau wie ich. Oder wie bei mir.“, dachte sie kurz.

Sie steht immer noch vor dem Türspion, als Mutter mit Kind schon längst aus dem Treppenhaus verschwunden sind. Ganz oben fällt die Tür ins Schloss. „Jetzt lernen zwei Menschen ihr Leben neu kennen“, flüstert sie ins Innere. Und sie stellt sich vor, wie die Erwachsene dem Kleinen sein Zuhause zeigt, wie sie es durch die Räume trägt und leise mit ihm spricht, es vielleicht in eine Wiege legt und wieder aufnimmt. „Ich habe die Tür nicht geöffnet, um ihr zu gratulieren.“, wird ihr plötzlich bewusst. „Weil ich nicht stören wollte. Weil ich sehen und spüren konnte, dass das ein intimer Moment war. Der erste Gang gemeinsam durchs Treppenhaus. Herz an Herz. Da gehört eine gratulierende Nachbarin nicht hin.“

Sie tritt von der Wohnungstür zurück und wirft einen Blick in ihr eigenes Zuhause.

Es ist gut so wie es ist.

Und es ist gut, dass ihr zwischendurch auffällt, was fehlt.

Nicht, weil es nicht da sein soll. Sondern weil es nicht da sein darf. Oder kann.

Auch eine Gewaltfolge.

 

öffentlich- ja, nein, vielleicht?

Ich habe das Gefühl, es gibt manchmal kein „dazwischen“, wenn man als Mensch mit dissoziativer Identitätsstruktur Öffentlichkeitsarbeit machen will: Entweder man präsentiert sich als total fittes, kontrolliertes, „echt weit gekommenes“ Viele-System (und verschweigt/versteckt dabei die Verletzung, die Not, die Krisenzeiten), oder man wird in der öffentlichen Auseinandersetzung einfach nicht für voll genommen. Die starken Seiten sind herzlich willkommen; allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt, denn wenn´s das allgemeine Denk-Maß übersteigt, wird ordentlich am Ast gesägt. Dann muss man uns ganz schnell wieder gewaltvoll vom Sockel runterholen, auf den wir uns selbst überhaupt nicht gestellt haben! „Sei mein Sonnenscheinchen, aber wage dich nicht, mich zu blenden!“ Und was ist mit den Schatten? Ich meine, was ist mit den anderen Seiten? Die, die sich nicht für „die Gesellschaft“ den Arsch aufreißen wollen, nur damit man die „konstruktive Überlebende“-Urkunde bekommt?

Wie soll unsereins im Diskurs oder in der gesellschaftlichen Wahrnehmung denn bitteschön sein? Nicht zu viel „Opfer“ (bloß nicht klagen oder kränkeln!), aber doch noch so sehr, dass man sich als „Außenstehende*r“ prima abgegrenzt, unbeteiligt, überlegen fühlen kann? Und auf jeden Fall so, dass nicht zu viel Bewegung von uns ausgeht, oder was? Aber ganz bestimmt muss man Integrationswillen beweisen, stimmt´s? Ich meine, sowas wie „sich an allgemeine (fremddefinierte) Regeln halten“, „mitarbeiten“, „sich bemühen“, „Genesungswillen zeigen“ und auf jeden Fall „Normalität“ anstreben?

Wenn Menschen wie wir es schon wagen, den Mund irgendwo öffentlich aufzumachen, dann sollten wir nicht zu selbstbewusst, zu fordernd, zu kritisch, zu zweifelnd, zu neu, zu selbstverständlich (!), sondern gefälligst dankbar, demütig, bescheiden und auf keinen Fall kompliziert sein. Ist das nicht ätzend? Ist das nicht furchtbar „unwürdig“?

Wenn´s darum geht, für sich Hilfe zu organisieren, sieht´s übrigens ganz genauso beschissen spaltend aus: Einerseits sind wir zu fit („Du bist doch so eine Schlaue, hast Abi gemacht und so, wieso hängst du denn schon ewig im HartzIV-Bezug?“; „Naja, Ihr macht doch so viel, da kann´s Euch doch nicht so schlecht gehen!“; „Also, Sie sind doch richtig gut drauf, schauen mir so frech in die Augen, da merkt man gar nicht, dass Sie angeblich…“), andererseits zu kaputt („Nee, bei deiner Geschichte…“; „Meint Ihr wirklich, Ihr könnt…“; „Nein, mit sowas arbeite ich therapeutisch nicht, das ist mir zu heftig…“). Irgendwie immer zu viel und zu wenig gleichzeitig. An der einen Stelle müssen wir uns ducken und auf die Tränendrüse drücken, um überhaupt irgendeine Chance auf Unterstützung zu haben, an der anderen Stelle müssen wir uns steinhart machen und jede Belastung an uns abprallen lassen.

Wie viel Gewalt tun wir (und andere öffentlich sprechende Menschen) uns eigentlich an, wenn wir uns dafür einsetzen, die dissoziative Identitätsstörung und die zu Grunde liegende Gewalt ins gesellschaftliche Bewusstsein zu holen? Wenn wir Hilfe einfordern, die uns zusteht? Welchen Preis sind wir zu zahlen bereit, wenn wir informieren, reflektieren, schreiben, diskutieren, Gegenargumentationen analysieren, uns wehren, widersprechen, Vernetzung betreiben, u.a.? Wie viel profitieren andere davon und wie viel wir selbst? Wie viele Lebensminuten, -stunden, -tage, -jahrzehnte und wie viel Energie investieren wir, heilsame (für wen eigentlich?) Veränderungen im Innen und Außen zu erreichen? Und wie oft ertragen wir es, vor die Wand zu laufen, weil manche Veränderungen und Bewegungen (noch) gar nicht erwünscht und geduldet werden (können)?

Wann (endlich) gestatten wir uns, dass es „jetzt aber echt mal reicht“?

Es ist uns ein Anliegen, mit unseren Texten/Worten eine Offenheit anzuregen (in uns selbst und im Gegenüber), zu berühren, einen kleinen Moment starre Denk- und Gefühlsgrenzen zu lockern, ein Mitgehen und vielleicht sogar ein „Miterleben“ zu ermöglichen. Wenn wir uns zeigen, zeigt sich auch das Gegenüber. Das empfinden wir (!) als zutiefst sinnvoll und heilsam, weil da Menschen -wenn auch nur kurz- zueinander finden, die jeweils ganz eigene und zum Teil sehr unterschiedliche (Er-)Lebensrealitäten haben. Das Tolle daran ist: Es passiert!

Das sind unsere Hauptmotivationen, weshalb wir mit unserem Vielesein sichtbar werden und uns im Kleinen engagieren. Das sind die Gründe, weshalb wir uns für Lesungsveranstaltungen entschieden haben, statt für Politik. Die großen Weltveränderungswünsche haben wir an den Nagel gehängt. Wir haben nämlich nicht (mehr) vor, uns in diesem Leben (doch noch) totzukämpfen.

Menschenbegegnungen auf einer Ebene, miteinander „Auftauen“, das Herz der/des anderen vielleicht für eine Sekunde spüren können, zwei (oder mehr) innere Kontinente, die sich treffen; hören/sehen/wahrnehmen, was unsere Worte und Gedanken beim Gegenüber machen und was das mit uns macht- das ist unsere „Klein-Klein“-Öffentlichkeitsarbeit, die zumindest in uns selbst große Kreise zieht.

tierverbundene Kinderherzen

Ich habe heute eine Schimpansenmutter mit ihrem kleinen Baby beobachtet. Sie war so liebevoll. Sie hat sogar eine Decke geholt, damit das Baby gemütlich liegen kann. Sie hat das Baby gekitzelt und mit ihm gespielt und gekuschelt. Sie hat es nie alleine gelassen. So eine liebe Mama habe ich noch nie auf der Welt gesehen. Ich musste weinen. Ich wollte nicht fotografieren.

Ich habe heute eine Eselnase gestreichelt. Erst habe ich vorsichtig meine Hand hingehalten, damit der Esel mich beschnuppern kann. Dann hat der Esel gezeigt, dass das okay ist, wenn ich ihn an der Nase streichel. Ich habe noch nie was Weicheres gestreichelt als diese Eselnase.

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Ich habe heute ein Löwengebrüll gehört. Es kam ganz tief aus dem Löwenhals oder aus dem Löwenbauch heraus. So toll kann keiner sonst brüllen, nur der Löwe. Ich will auch ein Löwe sein.

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Ich habe heute Panther und Luchse gesehen. Sie sollten nicht hinter Gittern sein. Sie sind wild. Alle Tiere sollten frei sein. Alle Menschen auch. Gitter sind blöd für Menschen und Tiere.

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Ich habe heute bunte Vogelfedern gesucht und ich habe aber keine gefunden. Nur schwarze und weiße und graue. Wo sind die ganzen bunten Vögel hin? Ich kann kein Foto zeigen.

Ich habe heute lustige Waschbären gesehen. Sie haben gebuddelt und gespielt. Ein Waschbär hat im Kirschbaum gesessen. Und ein Waschbär wollte sich gerne fotografieren lassen, weil er gute Laune hatte. Das war schön und leicht.

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Ich habe heute eine Ziege gesehen, die nicht gesehen werden wollte. Sie wollte auch kein Futter. Sie wollte einfach alleine sein. Das konnte ich gut verstehen, weil ich auch oft nur meine Ruhe haben will. Das muss man respektieren.

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Wir haben heute so viel von Tieren gelernt und wir sind sehr froh, dass es nicht nur Menschen auf der Welt gibt.

Warum bezahlt die Krankenkasse eigentlich keinen eigenen Bauernhof für uns?